Der Wunsch nach Unabhängigkeit vom Schwarzmarkt und die Neugier auf die Biologie der Pflanze führen viele zum ersten eigenen Anbauprojekt. Wer Qualität und Sicherheit schätzt, kommt am "Homegrowing" kaum vorbei. Dieser Guide führt dich durch die essenziellen Schritte von der Planung bis zur Ernte.
1. Das Setup: Dein kontrolliertes Ökosystem
Bevor der erste Samen in die Erde wandert, benötigst du eine passende Umgebung. Hier gibt es zwei Wege:
Die Fertiglösung: Ein sogenanntes Growzelt (z.B. Homebox) ist lichtdicht, bietet Halterungen für das Equipment und ist in Minuten einsatzbereit.
Der Eigenbau: Mit handwerklichem Geschick lässt sich ein Schrank umfunktionieren. Wichtig ist hier eine wasserfeste Versiegelung im Inneren und eine Beschichtung mit mattweißer Farbe oder spezieller Reflexionsfolie (Schwarz-Weiß-Folie), um das Licht optimal zu nutzen.
2. Beleuchtung und Klima
Die Sonne wird im Haus durch künstliche Lichtquellen ersetzt.
Licht: Während für die junge Pflanze noch Leuchtstoffröhren oder schwache LEDs ausreichen, benötigt die Blütephase Energie. Der klassische Standard war lange Zeit die Natriumdampflampe (NDL), wobei heute meist hocheffiziente LED-Panels empfohlen werden, da sie weniger Strom verbrauchen und kaum Hitze entwickeln.
Belüftung: Ein Aktivkohlefilter (AKF) in Kombination mit einem Abluftventilator ist absolute Pflicht, um Gerüche neutralisieren und die Luftfeuchtigkeit regulieren zu können. Als Richtwert gilt: Pro Watt Lichtleistung sollte der Lüfter etwa 1 m3/h Luft fördern können.
3. Das Fundament: Erde und Töpfe
Qualität beginnt bei der Basis. Spare nicht an der Erde – hochwertige Substrate aus dem Fachhandel sind locker, speichern Wasser optimal und sind bereits leicht vorgedüngt. Für die Blütephase haben sich Topfgrößen um die 11 Liter bewährt.
4. Genetik und Startschuss
Ob du mit Samen startest oder (wo erlaubt) Stecklinge kaufst, entscheidet über den Zeitplan.
Hinweis zur Rechtslage: Informiere dich stets über die aktuellen Gesetze an deinem Wohnort. In Deutschland ist der private Anbau von bis zu drei Pflanzen seit 2024 unter bestimmten Auflagen legal, und Samen können legal aus EU-Nachbarländern bezogen werden.
Die Keimung: Eine bewährte Methode ist das Keimen zwischen zwei feuchten (nicht nassen!) Küchentüchern, die zwischen zwei Tellern dunkel und warm gelagert werden. Sobald die weiße Wurzelspitze sichtbar wird, wandert der Keimling ca. 5–10 mm tief in einen Quelltopf (Jiffy) oder Anzuchterde.
5. Die Lebensphasen der Pflanze
Wachstum (Veggie): Die Pflanze benötigt 18 Stunden Licht am Tag. Hier bildet sie ihr Grundgerüst. Achte auf eine Temperatur von ca. 24–27°C und eine moderate Luftfeuchtigkeit.
Blütezeit: Durch Umstellen der Zeitschaltuhr auf 12 Stunden Licht und 12 Stunden Dunkelheit wird die Blüte eingeleitet. Jetzt benötigt die Pflanze ein rötlicheres Lichtspektrum und speziellen Blütendünger. Die Luftfeuchtigkeit sollte nun gesenkt werden (ca. 40%), um Schimmel vorzubeugen.
6. Das Finale: Spülen und Ernten
Etwa zwei Wochen vor dem geplanten Erntetermin solltest du die Düngergabe komplett einstellen und nur noch mit klarem Wasser gießen ("Spülen"). So verbraucht die Pflanze eingelagerte Nährstoffe, was den Geschmack des Endprodukts deutlich verbessert.
Wann ist es soweit? Betrachte die Harzkristalle (Trichome) mit einem Mikroskop. Sind sie milchig-weiß bis bernsteinfarben, ist der ideale Zeitpunkt erreicht. Nach dem Schnitt werden die Blüten an einem dunklen, kühlen Ort langsam getrocknet, bis die Stängel beim Biegen knacken.
Dein Weg zum ersten Indoor Eigenanbau: Ein kompakter Leitfaden
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Bitte die Rechtslage in Deutschland einhalten!
https://www.bundesgesundheitsministerium.de/themen/cannabis/faq-cannabisgesetz.html
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