Ein Blick zurück: Die Reise aus Zentralasien
Cannabis ist quasi ein Weltenbummler. Ursprünglich kommt die Pflanze aus den Gebirgsregionen Zentralasiens (Himalaya-Region). Schon vor über 5.000 Jahren wussten die Menschen, was sie an ihr haben. Im alten China wurde sie unter Kaiser Shennong bereits als Heilmittel gegen Rheuma und Vergesslichkeit gelistet.
Interessant ist: Cannabis war früher überall. Unsere Vorfahren haben daraus Segeltücher gewebt (ohne Hanf hätte Kolumbus wohl nie Amerika erreicht), Papier hergestellt und die Samen als proteinreiche Nahrung genutzt. Erst im 20. Jahrhundert kam der große Knick durch die Prohibition – oft aus politischen und wirtschaftlichen Gründen, die wenig mit der Pflanze selbst zu tun hatten.
Warum eigentlich Medizin? Das Geheimnis in uns selbst
Jetzt wird es richtig spannend: Warum wirkt Cannabis überhaupt so spezifisch auf unseren Körper? Die Antwort liegt nicht nur in der Pflanze, sondern in uns. Jeder von uns hat ein Endocannabinoid-System (ECS). Das ist ein Netzwerk aus Rezeptoren im Gehirn und im Immunsystem.
Unser Körper produziert selbst Stoffe, die den Wirkstoffen der Pflanze (THC und CBD) extrem ähnlich sind. Cannabis fungiert hier quasi als „externer Schlüssel“ für ein Schloss, das wir sowieso schon eingebaut haben.
Die medizinische Existenzberechtigung heute
In der modernen Medizin ist Cannabis kein „Humbug“ mehr, sondern oft der letzte Rettungsanker:
- Schmerztherapie: Besonders bei chronischen Nervenschmerzen, wo herkömmliche Opioide oft mehr schaden als helfen.
- Neurologie: Bei Multipler Sklerose (MS) gegen Spastiken oder bei schwerer Epilepsie (vor allem CBD-Präparate).
- Onkologie: Jeder, der die Übelkeit nach einer Chemotherapie kennt, weiß, dass Cannabis hier wahre Wunder für den Appetit und das Wohlbefinden bewirken kann.
- Psychische Gesundheit: In geringen Dosen wird es bei PTBS (Posttraumatischen Belastungsstörungen) oder Schlafstörungen eingesetzt.
